GESUNDHEITSINFOS - ANGINA TONSILLARIS< zurück
Eine häufige Krankheit in den Sommermonaten ist die Angina tonsillaris. So heißt sie bei den Ärzten: Angina = Enge, tonsillaris = der Mandeln - also die Enge der Mandeln. Gemeint ist letztlich also eine Infektion der Mandeln, die über die Schwellung auch oft zu einer Halsenge führen kann.
Die Angina ist im Kindesalter recht häufig. Sie kommt bevorzugt in den Sommermonaten vor und betrifft Kinder besonders im Alter von vier bis zwölf Jahren.
Meist sind Viren die Auslöser einer Angina: ca. 70%. Weitere 20-30% gehen auf Bakterien zurück (meist Streptokokken), der Rest verteilt sich auf andere Ursachen.
Die meisten Mandelentzündungen beginnen mit Erbrechen, Bauchschmerzen und Fieber, zunächst ohne dass Beschwerden im Hals empfunden werden. Diese treten meist innerhalb der ersten 24 Stunden zusammen mit Kopfschmerzen auf. Das Krankheitsgefühl ist sehr unterschiedlich und bei Erkrankungen durch Viren in der Regel geringer ausgeprägt.
Bei der Untersuchung findet sich eine starke Rötung der Gaumenmandeln (Tonsillen), die meist auch angeschwollen sind. Die regionären Lymphknoten sind oft schmerzhaft vergrößert, die Wangen gerötet, die Region um den Mund erscheint sehr blass.
Bei der Streptokokkenangina findet sich häufig ein Mund-Ausschlag, der von den Mandeln auf den Gaumen übergeht (sog. Enanthem).
In einzelnen Fällen kommt es bei der Streptokokkenangina zu einem Ausschlag der Haut. Dann handelt es sich um den Scharlach. Der Ausschlag des Scharlach tritt oft erst nach 24 bis 48 Stunden auf und beginnt in der Achsel / Leistenregion. Von dort breitet er sich über den gesamten Körper aus.
Für eine Therapie ist die Unterscheidung einer viralen Angina von der Streptokokkenangina bzw. dem Scharlach wichtig. Dafür wird ein Rachenabstrich durchgeführt. Dieser kann durch den 'ärztlichen Blick' nicht ersetzt werden, wie in Untersuchungen festgestellt wurde. Leider hat der Rachenabstrich selbst auch nur eine Genauigkeit von ca. 93% - eine Restunsicherheit bleibt also trotzdem.
Virusangina: nur unspezifisch, das heißt man lindert die Symptome des Kindes, indem man kalte Flüssigkeit anbietet (führt zur Abschwellung der Mandeln und senkt den Halsschmerz), das gleiche kann auch durch Speiseeis erreichtw erden. Zur Nacht oder bei starken Beschwerden oder Fieber kann Ibuprofen (z.B. Nurofen, Dolormin) oder Paracetamol (z.B. ben-u-ron oder captin) eingesetzt werden.
Streptokokkenangina oder Scharlach: Ein Antibiotikum ist immer wichtig, um Folgeerkrankungen zu vermeiden. Die Wirkung mehrer Antibiotika ist nachgewiesen. In Deutschland ist weiterhin Penicillin ideal. Der Nachteil hierbei ist allerdings, dass die Therapie über zehn Tage durchgehalten werden sollte. Und dies, obwohl unter der antibiotischen Gabe viele Kinder schon nach einem Tag wieder fit und munter sind!