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Grippeimpfung?
Wenn Ihr Kind mit wenig Husten, Schnupfen und Fieber erkrankt, handelt es sich meistens um einen gutartigen Infekt der oberen Atemwege, gerne als "Erkältung" bezeichnet. Eine Grippe, im medizinischen Sprachgebrauch "Influenza" genannt, wird zwar auch durch Viren ausgelöst, ist aber ein deutlich schwereres Krankheitsbild und gefährlicher als die übrigen Atemwegsinfektionen.
Auslöser sind kleinste Viren, gegen die der Körper zwar Abwehrstoffe (Antikörper) bildet. Weil sich die Viren bei ihrem jährlich Zug über den Erdball immer wieder verändern, helfen uns die Abwehrstoffe von der letzten Grippeerkrankung kaum weiter. Eine durchgemachte Grippe ist also kein Schutz für das kommende Jahr !
Immer wieder kommt es auch zum Auftreten neuer Typen von Grippeviren, was dann besonders gefährlich ist. Zuletzt konnte dies im Mai 1997 in Hongkong gerade noch verhindert werden, als per Zufall bei Hühnern ein neues Grippevirus auftrat um seinen Zug in die Welt anzutreten. Nachdem viele Menschen bereits erkrankt und einige an der Krankheit verstorben waren, wurden alle Hühner in Hongkong geschlachtet. Eine mutmaßliche Epidemie war verhindert.
Meist als Tröpfcheninfektion über die feinsten Wassertröpfchen, die beim Atmen und Reden unseren Mund-Rachen-Raum verlassen. Rasch kommt es innerhalb 2 Tagen zur Erkrankung: das Allgemeinbefinden wird rasch schlechter mit Kopfschmerz, Fieber, Gliederschmerzen, gefolgt von Husten und Halsschmerzen. Der Husten dauert meist lange an und ist oft sehr plagend.
Die Grippe führt relativ oft zu Komplikationen wie Lungenentzündung (Pneumonie) mit weiteren Folgeerkrankungen an anderen Organen (z.B. Herzmuskelentzündung). Es kann auch eine Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) auftreten. Eine Behandlung der Ursache ist in diesem Stadium nicht mehr möglich. Während Bakterien durch Antibiotika beseitigt werden können, ist dies bei Viren im Prinzip nicht möglich. Gerade beim Auftreten von Komplikationen kann also nur schlimmeres verhindert werden, ohne die eigentliche Grippe behandeln zu können. Dadurch hat die Grippe auch ein relativ hohes Todesrisiko.
| Jahr | 1900 | 1917 | 1918 | 1919 | 1980 | 1995 |
| Sterblichkeit pro 100.000 EW in den USA |
800 | 500 | 850 | 450 | 80 | 180 |
(Quelle: Infectopharma) |
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Die wichtigste Möglichkeit ist die Impfung. Die Grippeimpfung umfasst meist 3-4 Anteile von verschiedenen Viren. Die Zusammenstellung dieser Viren erfolgt durch eine Expertengruppe der WHO und hat in den letzten Jahren meist eine wirkungsvolle Vorbeugung erreichen können. Die Schutzwirkung tritt nach 1-2 Wochen ein und beträgt in solch günstigen Situationen ca. 70%. Es kann aber auch vorkommen, dass die Zusammenstellung des Impfstoffes die Veränderungen des Virus nicht widergibt und somit keine Schutzwirkung eintritt.
Neben den Impfungen gibt es auch Medikamente, die - sofern sie ausreichend früh im Beginn einer echten Grippe (Virus Typ A und B) angewendet werden - schützend wirken. So kann Zanamivir (Relenza ) eine Virusgrippe um 1 Tag verkürzen. Grippekomplikationen sollen seltener sein. Schon länger auf dem Markt ist Amantadin (Amantadin ratiopharm ), das nur gegen das Influenza Virus A wirksam ist. Auch hier wird die Krankheitsdauer um 1 Tag verkürzt. Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Reizungen bis hin zu Depressionen (bei 5%) schränken den Nutzen ein.
Empfohlen ist die Impfung für chronisch kranke Kinder. Letztlich muß man für jedes Kind mit einer chronischen Erkrankung Nutzen und Risiko gegeneinander abwägen. Entscheidet man sich für die Impfung, sollten alle Personen eines Haushaltes geimpft werden, um den Nutzen für den einzelnen bedrohten Patienten zu erhöhen.