gesundheitsinfos  GESUNDHEITSINFOS - KARIES

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Bis heute ist Karies ein wichtiges Problem für unsere Kinder, obwohl unser Wissen um Karies mittlerweile groß ist und wir Karies in den meisten Fällen verhindern können. Allen bekannt ist, dass die Entstehung von Karies durch zu wenig Fluorid zustande kommt. Mittlerweile sind viele Produkte fluoridiert, so dass das Augenmerk auch darauf zu richten ist, ein Überangebot von Fluorid zu vermeiden, denn auch dieses kann zu Zahnproblemen führen.

EIN PAAR ZAHNMEDIZINISCHE FAKTEN

Fluoride wirken nach neueren Erkenntnissen lokal, also an der Oberfläche des in der Mundhöhle stehenden Zahnes (Clarkson et al., 2000). Der Erfolg der Fluoridierung des Trinkwassers (z.B. in der Stadt Basel) ist also im Wesentlichen auf die regelmäßige Umspülung der Zähne mit Fluor zurückzuführen. Wenn dieser tägliche Effekt wegbleibt, geht der Kariesschutz nach neuen Studien auch wieder verloren. Es ist also nicht so, dass man im Alter automatisch geschützt wäre.

Fluorid wird an der Zahnoberfläche als kugelförmiger Niederschlag von Kalziumfluorid abgelagert, nachdem es in der Mundhöhle eingetroffen ist. Wenn der pH-Wert (Säurewert) nach dem Essen abfällt, werden die Fluor-Ionen wieder frei und stehen zur Remineralisierung zur Verfügung. Es wird eine neue fluorapatit-ähnliche Deckschicht aufgebaut. Diese ist gegen Säure besser gewappnet als Kalziumfluorid. Nur regelmäßige Fluoridgabe lebenslang kann diesen Effekt erhalten.

Als optimale Fluoriddosis werden 0,05 bis 0,07 mg/kg Körpergewicht angesehen.

PRAKTISCHE EMPFEHLUNGEN
  1. Basisprophylaxe für alle Altersgruppen ist das tägliche Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta (am besten ca. 30 min. nach dem Essen). Mit Durchbrechen der ersten Zähne beim Säugling wird damit begonnen.
  2. Säuglinge erhalten einen 'Hauch' (also eine kleine Menge) von Kinderzahnpasta (0,05 % Fluorid) einmal täglich.
  3. Ab dem zweiten Geburtstag sollten die Zähne zwei mal täglich mit jeweils einer erbsengroßen Menge geputzt werden.
  4. Ab dem Schulalter wird die übliche Zahnpasta (0,10 bis 0,15 % Fluorid) angewandt.
  5. Immer Anwendung von fluoridiertem Speisesalz.
  6. Bis zum Schulalter müssen Eltern das Zähneputzen der Kinder regelmäßig überwachen und ggf. nachputzen. 'Ich will nicht' wird nicht hingenommen. Ob Zähne geputzt werden ist kein Diskussionsthema.

Aus allem wird klar, dass auch ein Karies des Milchgebisses mehr als ein Schönheitsfehler ist. Dieser kann sowohl den Weg für den Karies der Folgezähne bereiten als auch - über einen vorzeitigen Zahnverlust - zu Fehlstellungen der Zähne führen.

Süßes? Ist eigentlich kein Problem. Das Problem liegt dann vor, wenn die Zähne ständig von Kohlehydraten umspült werden. 'Zähne wollen sich ausruhen'. Das bedeutet, dass ich nach dem Zähneputzen über einige Stunden keine Nahrung oder Getränke aufnehme. Gefährlich für die Zähne ist ständiges Herumnuckeln an der Flasche, häufiges Trinken von gezuckerten Getränken und insbesondere Nuckeln als solches, weil dadurch die Zucker direkt auf die Zähne treffen, was beim Trinken aus der (Schnabel-) Tasse nicht der Fall ist, also:

  1. Immer wieder Trink- / Esspausen von einigen Stunden.
  2. 'Mein Kind will halt immer wieder was trinken'. Darf es, aber nur Wasser oder Mineralwasser. Das stillt den Durst. Wenn das nicht angenommen wird, gibt es NIX.
  3. Schokolade? Kein Problem, einmal nach dem Essen oder als was besonderes hie und da. Aber eben: dazwischen immer wieder Pausen. Die Zähne wollen ausruhen (s.o.)!

Theoretisch also ganz einfach. Aber praktisch müssen Sie sich täglich mit den Wünschen Ihres Kindes auseinandersetzen und immer wieder 'NEIN' sagen. Denken Sie daran, welchen Eindruck gute Zähne machen. Abgesehen davon, dass sie uns lange erhalten bleiben und viel Ärger im Alter ersparen, sind sie auch ein Schönheitszeichen, das sowohl vom Partner als auch im Arbeitsalltag wohltuend augenommen wird. Ihr Kind wird es Ihnen später einmal danken (oder auch nicht, denn gesunde Zähne sind dann vielleicht schon einfach normal)