TIPS - ERBRECHEN< zurück
Erbrechen ist ein Symptom. Mit diesem Symptom gibt der Körper - ähnlich wie beim Symptom Fieber - einen Hinweis auf eine Gesundheitsstörung. Meist ist die Ursache harmlos, aber Erbrechen kann auch der erste Hinweis auf schwerwiegende Erkrankungen wie einen Gehirntumor oder bei Säuglingen eine bedrohliche Enge des Magenpförtners (sog. Pylorusstenose) sein.
Beim Auftreten von Erbrechen müssen also immer die Begleitumstände berücksichtigt werden. Einmaliges Erbrechen ohne weitere Symptome erfordert keine Maßnahmen. Erbrechen des Säuglings muß immer und rasch ärztlich abgeklärt werden, um bedrohliche Erkrankungen auszuschließen.
Beim Kleinkind, das plötzlich erbricht und zuvor gesund war, kann man so vorgehen:
- Trost spenden, versuchen vom Thema abzulenken
- langsame Flüssigkeitsgabe. Ideal hierfür sind sog. Elektrolytlösungen (Humana Elektrolyt, GES 60, Oralpaedon u.a.), die von Kindern nin diesem Alter oft abgelehnt werden. Dann können alternativ auch Schorlengetränke eingesetzt werden (1 Teil Apfelsaft/ Traubensaft gemischt mit 3 Teilen stillem Wasser).
- Wichtig ist, das Getränk umgebungswarm zu geben: zunächst einen Teelöffel, dann 1 Minute warten, dann 2 Teelöffel ........ bis zuletztnach 1 Stunde ca. 100-200 ml getrunken sind. In dieser Zeit eine Geschichte vorlesen und nicht nachdem Erbrechen fragen, ggf. vorsichtig den Bauch massieren - Salzstangen oder Brezeln führen die nötigen Salze zu. Sie können nach einer Stunde eingesetzt werden.
WICHTIG
- auch wenn das Erbrechen rasch aufhört, die Diät nur langsam steigern und z.B. eine gewünschte Schokolade nach 1 h verweigern - Zeit lassen
- Wenn das Erbrechen trotzdem weiter anhält immer den Kinderarzt anrufen/ aufsuchen
- Bei weiteren Symptomen wie Fieber/ Kopfschmerz/ Ausschlag immer den Kinderarzt verständigen
- Zäpfchen, die das Erbrechen stillen benötigen bis zum Eintritt der Wirkung meist 30 min. In dieser Zeit nur geringe Trinkmengen geben. Bevor ein 2. Zäpfchen gegeben wird, sollte der Kinderarzt verständigt werden
- Wenn Erbrechen mit einem Sturz der letzten 2 Tage im Zusammenhang stehen kann, immer den Kinderarzt informieren
- Die Menge die verloren geht (z.B. auch durch Durchfall) muß mit dem Trinken wieder reingeholt werden - Vermeidung der Austrocknung. Diese ist umso gefährlicher, je kleiner und zarter ein Kind ist